Wochenkommentar

Donnerstag, 18. Januar 2018

Wenn Wohnen unbezahlbar wird

Mietpreisentwicklung ist Skandal und Gefahr für Stabilität der Gesellschaft

Das Thema „Wohnkosten“ wird uns wohl noch lange beschäftigen; denn es ist durch Jahrzehnte vernachlässigt worden. Zwar wird neuerdings öfter darüber geredet, aber geschehen ist nichts, auch die „Mietpreisbremse“ ist mehr oder weniger wirkungslos geblieben. Deshalb ist es gut, dass der Caritasverband deutlich gewarnt hat: Die Wohnkosten seien ein Armutsrisiko unserer Zeit. Das kann gar nicht oft genug gesagt werden. Denn die Entwicklung der Mieten ist weithin ein Skandal, der eine Gefahr für die innere Stabilität unserer Gesellschaft darstellt.

Wenn eine Familie mit zwei Kindern in einer größeren Stadt oder in deren Umfeld eine angemessene Wohnung sucht, dann werden dafür heute mindestens 1000 bis 1200 Euro verlangt. Und dann handelt es sich nicht etwa um eine der aufwendigen „hochpreisigen“ Neubau-Wohnungen, die nur Wohlhabende bezahlen können. Von dieser Sorte Wohnungen werden übermäßig viele gebaut, weil mit ihnen auf hohe Gewinne spekuliert wird.

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass auch das Vermieten einer Wohnung eine Einnahmequelle ist. Aber manche Groß-Investoren machen nicht nur Ackerboden, sondern auch Wohnungen zum Spekulationsobjekt. Und das ist ein Skandal und eine Provokation. Deshalb ist immer wieder und immer lauter zu fordern: Bund, Länder und Gemeinden müssen durch das Wiederbeleben des so genannten Sozialen Wohnungsbaus für Wohnungen sorgen, die Frauen und Männer mit kleineren und mittleren Einkommen bezahlen und dadurch dem Staat, der Politik vertrauen können. Oder sollen diese Menschen in die Fänge politischer Verführer getrieben werden?

Freilich ist auch dies zu bedenken: In manchen Regionen ist der Wohnungsbau ins Stocken geraten, weil Handwerker und Bauland fehlen. Es rächt sich, dass die Meinung vorherrscht, möglichst alle jungen Frauen und Männer müssten – ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Begabungen – studieren. Und die Bauordnungen der Kommunen werden darauf hin wirken müssen, dass weniger ein- und zweigeschossige, aber mehr viergeschossige Häuser gebaut werden. Deutschland kann mit seinem Grund und Boden nicht verschwenderisch umgehen. Wir brauchen aus humanitären wie auch aus politischen Gründen bezahlbare Wohnungen für Menschen, keine Spekulationsobjekte. (Rudolf Bauer)

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