Wochenkommentar

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Im Zeichen einer großen Mission

Das persönliche Zeugnis ist wichtiger als jede Werbekampagne

In Deutschland wird der „Monat der Weltmission“ begangen, und Papst Franziskus hat sogar einen „außerordentlichen Montag der Weltmission“ ausgerufen.  Doch Mission – ist das noch zeitgemäß? Nach wie vor haben viele eine Aversion gegen den Begriff. Mission: Das ist für sie die Verbreitung des Glaubens mit Feuer und Schwert, physischem oder psychischem Zwang, besonders in den Kolonien der  imperialistischen Ära, in denen „arme Heidenvölker“ mit dem Christentum „beglückt“ wurden, ob sie wollten oder nicht.
Diese Zeiten sind lange vorbei. Heutzutage hat sich das Verhältnis geradezu umgedreht, können die Christen in den reichen Ländern des Nordens von denen in den armen Regionen des Südens viel lernen, was die Lebendigkeit des Glaubens, den authentischen Einsatz für das Evangelium und die Nähe zu den Menschen betrifft. Deutschland selbst ist längst zum Missionsland geworden. Deshalb sind wir alle zur Evangelisierung aufgerufen. Wir sollen über unseren Glauben nicht schweigen, sondern glaubwürdiges Zeugnis für ihn ablegen, andere Menschen dafür begeistern, Freude und Hoffnung statt Verzagtheit und Pessimismus ausstrahlen. Nur wenn wir selbst von der Botschaft des Evangeliums be-geistert sind, können wir unsere Umwelt für ihren Reichtum be-geistern und  überzeugen. Das persönliche Zeugnis ist nach wie vor unersetzbar und bedeutsamer als  jede noch so gut gemeinte Glaubensvermittlung mit Hilfe von Werbekampagnen oder sozialen Medien.
Die entscheidende Frage ist: Sind wir bereit und in der Lage, wieder mehr über unseren Glauben zu sprechen? Haben wir die Sprache dafür – und das Charisma? So wie die Menschen, die vor 30 Jahren eine Mission hatten und mit Kerzen und Gebeten die DDR zum Einsturz brachten, so haben auch Christen eine Mission, gerade in einer säkularen, dem Glauben gegenüber gleichgültigen Gesellschaft. Wobei immer im Blick zu behalten ist: Der erste, der der Mission bedarf, ist jeder Einzelne selbst.
In einer Epoche, in der immer mehr Nationen und Staatenlenker nur an sich selbst glauben und rücksichtslos ihren Vorteil und ihre (Macht-)Interessen durchsetzen wollen, ist die Botschaft der Selbstlosigkeit und Fernstenliebe wichtiger denn je.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Gerd Felder
 

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16. Oktober 2019

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