Wochenkommentar

Mittwoch, 12. August 2020

Schulstart ganz apart

In der kommenden Woche öffnen wieder die Schulen, mit ganz unterschiedlichen Regeln

(Zeichnung: Plaßmann)

Viele Lehrer werden froh sein, viele Eltern ohnehin und wohl auch viele Kinder, wenn in der kommenden Woche die Schulen wieder öffnen: in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen. Je nach Region hört man von den unterschiedlichsten Regeln:
Mal ohne Maskenpflicht, mal mit. Mal nur auf dem Weg zum Platz im Klassenzimmer. Mal auf dem gesamten Schulgelände. Mal nur die älteren Schüler. Mal alle Lehrer, auch auf dem Pausenhof. Dort aber nicht unbedingt alle Schüler. Dazu natürlich Abstandsregeln, Händewaschen, manchmal auch -desinfizieren. Falls genug Desinfektionsmittel da ist. Der Unterricht ist mal in festen Gruppen, mal nur im Klassenverband, mal auch online. Trennscheiben und Visiere sind im Angebot, Distanz bleibt trotzdem wichtig, Pausen natürlich auch. Mal zusammen, mal getrennt. Noch etwas vergessen? Ach ja: Papierhandtücher benutzen. Falls vorhanden. Sport lieber draußen. Flächen auch mal desinfizieren und natürlich: Lüften, Lüften, Lüften!
Reicht das für eine Art „Normalbetrieb“ unter Hygieneregeln? Fast. Die vernünftigsten Konzepte, mit denen sich die Bundesländer und einzelnen Schulen durch die Corona-Krise zu improvisieren versuchen, funktionieren nur, wenn jeder und jede Einzelne rücksichtvoll und verantwortungsbewusst mit jedem und jeder anderen umgeht. Gut, das sollte eigentlich immer selbstverständlich sein, mutet aber angesichts zahlloser pflichtvergessener bis uneinsichtiger Corona-Leugner wie ein frommer Wunsch an.
Hauptsache, die Schulen bleiben geöffnet und die Kinder müssen sich nicht wieder monatelang schulisch mehr oder weniger unbetreut durch den Alltag schleppen. Denn dann landen sie garantiert im unterhaltsamen Teil des Internets und vor der Glotze.
Was das für die Entwicklung des Gehirns bedeuten kann, hat jüngst wieder eine Studie zur Bildschirmnutzung gezeigt. Demnach verinnerlichen bereits Kleinkinder, dass schnelle, bunte Reize wichtiger sind als Inhalte. Das prägt für ein Leben. Und macht weder Lehrer froh, noch Eltern und langfristig erst recht nicht die Kinder.

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