Wochenkommentar

Mittwoch, 12. Juni 2019

Armutszeugnis unserer Gesellschaft

Armutsforscher Christoph Butterwegge im Gespräch

Für den Armutsforscher Christoph Butterwegge darf es keine „gesellschaftlich akzeptierte Normalität werden, dass Menschen sich Lebensmittel aus Mülltonnen holen müssen“. Dabei sei es egal, ob dieses „Containern“ rechtlich erlaubt sei oder nicht, sagte Butterwegge jetzt der „Heilbronner Stimme“.

Ein Vorstoß Hamburgs zur Legalisierung scheiterte kurz vor Pfingsten in der Justizministerkonferenz. Deshalb kann der Griff in die Mülltonne strafrechtlich weiter als Diebstahl oder Hausfriedensbruch bewertet werden. Für sinnvoll hält der Wissenschaftler den französischen Weg, nach dem Supermärkte gesetzlich verpflichtet sind, zum Verzehr geeignete Lebensmittel karitativen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Butterwegge sieht zudem eine soziale Spaltung in Deutschland durch die Mietpreisentwicklung. Inzwischen gebe es nicht nur in Städten, sondern auch in ländlichen Regionen Probleme mit der Finanzierung einer Unterkunft. Der Forscher wörtlich: „Die Lage am Wohnungsmarkt erzeugt Wut, aber von Wut gibt es in dieser Gesellschaft schon viel zu viel. Denn Wut spaltet die Gesellschaft.“ Für dringend notwendig hält er deshalb eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus und die Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit. Gelder aus den Solidaritätszuschlages könnten hier „umgewidmet“ werden.

(kna)

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