Wochenkommentar

Donnerstag, 08. August 2019

Das Sterben des Waldes

Es geht um das Überleben der Erde

Die Deutschen lieben ihn, die Dichter der Romantik haben ihn besungen: den Wald. Doch jetzt machen lang anhaltende Trockenheit, sengende Hitze und Schädlinge wie der Borkenkäfer insbesondere den Fichten, aber auch allen anderen Baumarten schwer zu schaffen. Eine Jahrhundertkatastrophe zeichnet sich ab. Wenn aber die Baumbestände dramatisch schrumpfen, das Ökosystem Wald zusammenbricht, dann verschärft sich der Klimawandel, weil weniger Kohlendioxid aus der Luft gefiltert wird; zuletzt waren das bundesweit immerhin noch 127 Millionen Tonnen.

Angesichts der purzelnden Temperaturrekorde, der austrocknenden Flüsse und der immer größeren Kahlflächen in den Wäldern sind radikale Schritte gefordert. Doch wie reagieren Politiker und Journalisten? Mit den üblichen sattsam bekannten Phrasen und Argumenten. Maßnahmen gegen Waldsterben und Klimawandel ja, aber bitte auch an die Wirtschaft denken und die Freiheit des Einzelnen verteidigen! Doch dieses hinhaltende „Einerseits – Andererseits“, dieses unentschiedene „Sowohl – Als auch“ ist nicht mehr gefragt. Die Haltung einer Bundesregierung, die anders handelt, als sie spricht, wird zu Recht nicht mehr akzeptiert und als widersprüchlich, inkonsequent und völlig unzureichend abgelehnt.

Denn um welche Freiheit geht es? Um die Freiheit des uneingeschränkten Konsums auf Kosten der Menschen in anderen Weltgegenden und der künftigen Generationen? Um die Freiheit der ungehemmten Ausbeutung des blauen Planeten? Papst Franziskus hat in seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ darauf hingewiesen, dass Klimaschutz eine Sache der sozialen Gerechtigkeit ist, weil wir in den westlichen Industrieländern mit unserem völlig überzogenen Lebensstil entscheidend dazu beitragen, dass es für Menschen in anderen Teilen der Erde nicht mehr fünf vor zwölf, sondern eher viertel nach zwei oder später ist. Können wir das als Christen verantworten?  
 
Der Einzelne oder ein einzelnes Land kann etwas verändern, indem man Zeichen setzt und zum Vorbild wird. Immer mehr Flüge, Autoverkehr, Fleischverzehr – da helfen nur noch Verbote und Verteuerungen. Es geht um nicht weniger als um das Überleben der Erde und der Menschheit. (Gerd Felder)

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