Wochenkommentar

Mittwoch, 19. Februar 2020

Der Skandal wird immer größer

Verschwendung von Lebensmitteln nimmt weiter zu.

Verbraucher werfen weltweit mehr als doppelt so viele Lebensmittel weg wie bisher vermutet. Zu diesem Schluss kommen niederländische Forscher der Wageningen-Universität in Den Haag. Nach ihrer erschienenen Studie landet insbesondere in Ländern mit hohen Einkommen deutlich mehr Essbares im Müll, als die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und andere Institutionen bislang geschätzt haben. Die Katholische Nachrichtenagentur berichtet darüber.
Für Deutschland hieße das: Anstelle der von der Bundesregierung geschätzten 109 Kilogramm genießbarer Nahrung schmeißt der Bundesbürger im Durchschnitt fast 220 Kilogramm pro Jahr in die Tonne. Für die Welt würde das bedeuten, dass nicht nur auf 15 Prozent, sondern womöglich sogar auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Essen angebaut wird, das niemals jemand isst.
Die Studie beruht auf einer neuen Methode. Die Autoren nehmen Daten des Lebensmittelangebotes, die etwa von der FAO geschätzt werden, und ziehen davon den berechneten Kalorienverbrauch. Das ist anders als etwa bei der EU, wo Abfalldaten ausgewertet werden.
Der Göttinger Agrarwissenschaftler Achim Spiller vermutet, dass die niederländische Studie eher zu hohe Verschwendungswerte angibt, während die Schätzungen der Bundesregierung eher zu niedrig liegen. Wichtig sei aber, dass die reichen Staaten eine besondere Verantwortung für eine geringere Lebensmittelverschwendung hätten und den Umgang mit Lebensmitteln auch am besten über die Preise regeln könnten.
Richtig ist auf jeden Fall, dass die Wegwerfproblematik global betrachtet riesig ist und mit steigendem Einkommen weiter zunimmt. Das darf nicht so bleiben.

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