Wochenkommentar

Donnerstag, 05. Juli 2018

EU soll Friedennobelpreis zurückgeben

Der aktuelle Umgang mit Flüchtlingen entspricht nicht den Erwartungen an eine Wertegemeinschaft

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, zugleich Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland, fordert die Europäische Union zur Rückgabe ihres Friedensnobelpreises auf. Der aktuelle Umgang Europas mit Flüchtlingen und dem Migrationsthema „entspricht überhaupt nicht dem, was zu erwarten ist von einer Wertegemeinschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt“, sagte er im Kölner domradio. Was hier aufgeführt werde, sei „eine Schande für Europa“.

Die Europäische Union (EU) hat 2012 den Nobelpreis für ihren Beitrag für Frieden, Demokratie, Versöhnung und Menschenrechte erhalten. „Wenn wir sehen, dass jetzt Boote mit Flüchtlingen hin und her geschoben werden, dass Länder sich weigern, die Aufnahme von Flüchtlingen solidarisch zu organisieren, dann ist das nach meinem Verständnis eine Kapitulationserklärung gegenüber dem, was wir eigentlich als Europäer wollen“, sagte er mit Blick auf die Debatten um das Rettungsboot „Lifeline“. Die Zahl der in Europa und Deutschland angekommenen Flüchtlinge sei seit 2015 drastisch zurückgegangen. „Da scheint mir das Koordinatensystem erheblich durcheinandergeraten zu sein“. (kna/pil)

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