Wochenkommentar

Mittwoch, 11. September 2019

Franziskus zeigt Herz für Afrika

Themen Gerechtigkeit und Frieden im Mittelpunkt

An die Ränder zu gehen, das ist das erklärte Programm von Papst Franziskus. Auf seiner ersten Reise in den Südosten Afrikas hat er drei Länder in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt, die sonst buchstäblich oft eher am Rande stehen: Mosambik, Madagaskar und Mauritius. Gemeinsam ist allen drei Staaten, dass sie massiv von den Folgen der Erderwärmung und des Klimawandels bedroht sind. Weite Teile Mosambiks sind erst im März und April dieses Jahres von schweren Wirbelstürmen zerstört worden, Madagaskar und Mauritius sind ständig von schweren Stürmen bedroht, und so war es nur konsequent, dass der Papst die Ausbeutung der Natur, Umweltzerstörung und exzessive Entwaldung, aber auch Korruption und Spekulation mehrfach angeprangert hat. Der Raubbau an der Natur – darauf  hinzuweisen, wird Franziskus nicht müde – kommt nur einigen wenigen zugute und führt zu sozialer Ungleichheit und kultureller Gleichmacherei.
Mosambik und Madagaskar gehören zu den ärmsten Ländern der Erde, obwohl das Land und seine Kultur eine Menge an Ressourcen bieten: ein schreiender Widerspruch, der gerade die Kirche zum Handeln herausfordert.  In Mosambik stand naturgemäß das Thema „Frieden“ im Mittelpunkt, nachdem erst Anfang August mit Hilfe der katholischen Kirche ein „definitives“ Abkommen geschlossen worden ist, das den faktisch seit 1975 andauernden Bürgerkrieg endlich beenden soll. Nur Versöhnung und Barmherzigkeit, so lautete die eindringliche Botschaft des Papstes, bieten einen Ausweg aus der schier endlosen Spirale der Gewalt. Dass alle spätestens nach dem Besuch aus Rom begreifen, dass die Menschen auf Mosambik ein Recht auf Frieden haben, bleibt nur zu hoffen. Doch wie schwer Feindesliebe zu üben ist, das wurde überdeutlich, als gerade während der Papst-Visite wieder kriegerische Handlungen aufflackerten. Und sogar das vermeintliche Urlaubsparadies Mauritius, das im Meer zu versinken droht, ist alles andere als eine Insel der Seligen.   
Fazit: Papst Franziskus hat seine sensible Mission in Südostafrika zum Erfolg geführt und auch uns im reichen Europa nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, welch riesige Probleme auf der Welt noch einer Lösung harren.

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