Wochenkommentar

Mittwoch, 17. Juni 2020

Gegen Rassismus handeln

Alle Menschen sind Gottes Geschöpfe und deshalb auf fundamentale Weise gleich. Das ist die Botschaft der Bibel und des Christentums, von der her sich jede Form des Rassismus, der Diskriminierung oder Herabwürdigung eines Menschen grundlegend verbietet.

Dass es auch in Deutschland offenen und verdeckten Rassismus gibt, ist unbestritten und kann jeder bestätigen. Jede Form von Rassismus ist aber rigoros abzulehnen und muss mit aller Entschiedenheit bekämpft werden, besonders von Christen. Insofern sind die vielen eindrucksvollen Demonstrationen gegen Rassismus, die jetzt landauf-landab in Deutschland stattfinden, nur zu begrüßen.

Und dennoch sollte man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Viele derjenigen, die jetzt demonstrieren und eine Streichung des „Rasse“-Begriffs aus dem Grundgesetz fordern, gehören einer intellektuellen Schicht an, die stark dazu neigt, als Anklägerin des Guten andere, weniger Einsichtige, mit hoher Emphase belehren zu wollen.

Das Grundgesetz hat vor dem Hintergrund der schrecklichen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus jeglichem Rassismus auf das Entschiedenste widersprochen, selbstverständlich in der Sprache seiner Zeit. Deswegen gleich am Geist des Grundgesetzes zu zweifeln, schießt weit über das Ziel hinaus. Entscheidend ist, wie man das Grundgesetz mit Leben füllt und was man gegen Rassismus tut. Das kann sogar schwieriger werden, wenn man geschichtsvergessen den Begriff „Rasse“ aus der Verfassung streicht, der wie ein Stachel im Fleisch wirkt. Denn derartige Symbolpolitik der gesellschaftlichen Eliten wird die Spaltung der Gesellschaft eher fördern, weil diejenigen, die genug von so viel politischer Korrektheit haben, sich abwenden werden. Damit aber würde dem Kampf gegen den Rassismus ein Bärendienst erwiesen.

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Gerd Felder

Anzeige

09. Juli 2020

Botschaft ist heute hoch aktuell

Die Rekordzahlen, die die Kirchenaustritte 2019 bundesweit erreicht haben, sind ein Schock.


24. Juni 2020

Weckruf aus Westfalen

Es ist ein überdeutlicher Weckruf an alle, die sich schon Sommerfeeling und Urlaubsträumen...


Anzeige

Abo der Pilger

Bestellen Sie bequem online Ihre persönliche Ausgabe der Kirchenzeitung.

Anmeldung im Benutzerbereich

Passwort vergessen?
neu registrieren