Wochenkommentar

Mittwoch, 09. September 2020

Glaubensangelegenheit

Gefahr durch das Virus bleibt weiter bestehen

(Zeichnung: Plaßmann)

Nun wird es nochmal hochsommerlich warm. Wir können ganze Tage an der frischen Luft verbringen, können sogar sonnenbaden und dürfen doch gewiss sein, dass die kalte Jahreszeit uns demnächst nach drinnen treiben wird. Da hocken wir dann im ersten Corona-Herbst unseres Lebens. Umgeben von nicht enden wollender Viren-Krise und entsprechenden Sorgen. Kein Wunder, dass viele Menschen von alldem genug haben und sich durch Maskenpflicht und Abstandhalten bevormundet fühlen. Aber die Gefahr durch das Virus bleibt bis auf Weiteres bestehen, und da sind Abstand, Hygiene und Alltagsmaske erwiesenermaßen ein verlässlicher Schutz für eigenes wie fremdes Leben.
Und an dieser Stelle kommt der Glaube ins Spiel. Eine kaum zu unterschätzende Minderheit in der Bevölkerung glaubt nicht an die Corona-Gefahr. Als wäre das mitunter tödliche Virus eine bloße Glaubensangelegenheit. Dieselben Leute gehen dann munter zu Demonstrationen und laufen mit Hippies, Esoterikern, besorgten Bürgern, Impfgegnern, Verschwörungsraunern, Trump-Fans, Putin-Freunden, mit neuen und mit alten Nazis gegen die Regierung und unsere Demokratie Sturm. Flankiert von Regenbogenfahnen, Herzchen-Luftballons und Reichskriegsflaggen. Auf denen dann tatsächlich auch zu lesen ist: „Gott mit uns“.
Liebe Demonstranten, das Schöne an unserer Demokratie ist ja, dass bei uns jeder glauben darf, was er will – solange er nicht versucht, deshalb dem anderen die Rübe einzuschlagen oder den Reichstag zu stürmen. Ihr dürft sogar mit neuheidnischen T-Shirts herumlaufen, auf denen „Odin statt Jesus“ steht und Kampf als Lebensprinzip verherrlicht wird. Ihr dürft Frigga verehren, Thor und meinetwegen auch Kaiser Wilhelm, Donald Putin oder Wladimir Trump. Aber Ihr solltet Euch bei alldem nicht auch noch auf Gott berufen. Schon gar nicht, wenn Ihr mit Gewalt droht.
Denn so etwas hatten wir schon in Deutschland. Und ich glaube nicht nur, dass unser Land das nie wieder braucht. Ich weiß es.

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