Wochenkommentar

Donnerstag, 07. Dezember 2017

Papsttreu und zugleich kritisch

ZdK zeigt Flagge mit einem profilierten Kurs der Mitte

Keine Frage: Thomas Sternberg ist ein Glücksfall für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete versteht es glänzend, die verschiedenen Flügel und Gruppierungen des obersten katholischen Laiengremiums auf einem Kurs der Mitte zusammenzuhalten und trotzdem dem ZdK Profil zu verleihen. Dementsprechend klar und eindeutig wurde der kompetente Mann aus Münster, der ohne Gegenkandidat war, jetzt auch als ZdK-Präsident wiedergewählt.

Trotzdem musste auch Sternberg erleben, wie schwierig es manchmal sein kann, das ganze ZdK repräsentieren zu müssen, vor allem in der fast bizarren Diskussion um die Papsttreue des Laiengremiums. Lange Jahre wollte das ZdK ja alles andere als papsttreu oder hierarchiehörig sein und wurde vielfach als innerkirchliche „Opposition“ gegen das Lehramt wahrgenommen; auch gehört das kritische Potential beim ZdK zweifelsohne unabdingbar dazu. Noch nie aber dürfte es dem Laiengremium so einfach gefallen sein, papsttreu zu sein, wie derzeit unter Papst Franziskus, der so manchen Kirchenkritiker inzwischen an Reformfreudigkeit übertrifft.

In diesem Zusammenhang ist es nur zu begrüßen, dass das ZdK den Finger in die Wunde legt und von den Bistümern fordert, mehr Geld für überdiözesane Aufgaben zur Verfügung zu stellen und die Laien stärker an finanziellen Entscheidungen auf Bundesebene zu beteiligen. Längst machen wichtige Fragen und Herausforderungen nämlich nicht mehr vor den Bistumsgrenzen Halt, doch ein Gremium, das dieser Erkenntnis Rechnung tragen würde, gibt es bisher nicht. Insofern wäre tatsächlich die Errichtung eines „Bundeskirchensteuerrates“ nicht nur erwünscht, sondern dringend geboten.

Erfreulich eindeutig setzt das ZdK sich darüber hinaus für eine menschenwürdige Asylpolitik ein, fordert zu Recht eine wirkliche Reform des Dublin-Verfahrens, ein auf die Bedürfnisse bestimmter Gruppen zugeschnittenes Asylverfahren in Deutschland und den Familiennachzug für Migranten mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Das Zentralkomitee zeigt also engagiert Flagge. Inwiefern das in einer säkularen Gesellschaft allerdings noch Gehör findet, steht auf einem ganz anderen Blatt. (Gerd Felder)

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