Wochenkommentar

Mittwoch, 14. August 2019

Sprachenstreit an Grundschulen

Deutschkenntnisse im Interesse der Kinder verbessern

Welche Sprache sollen Lehrerinnen und Lehrer sprechen, wenn sie in deutschen Grundschulen den neu eingeschulten Kindern Rechnen (die spätere „Mathe“), Erdkunde, Heimatkunde, Naturkunde, Religion und auch möglichst richtiges, gutes Deutsch beibringen sollen und wollen? Das ist ja eigentlich eine sehr dumme und überflüssige Frage. Denn selbstverständlich soll an deutschen Grundschulen in der deutschen Sprache gelehrt und gelernt werden. Was denn  sonst? In Primitiv-Sprache? In Infinitiv-Deutsch („Du hören“)? Es geht immerhin um die Zukunft der Kinder – und der Gesellschaft.  

Aber neuerdings scheint die deutsche Sprache an deutschen Grundschulen nicht mehr für alle Zeitgenossen eine simple Selbstverständlichkeit zu sein. Denn als der Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann vor einigen Tagen forderte, Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen sollten noch nicht eingeschult werden, sondern sie sollten über Kita oder Vorschule erst so viel Deutsch lernen, dass sie einem Unterricht folgen können – da hagelte es schwere Vorwürfe. Zum Beispiel: So werde Integration erschwert; die Kinder im Einschulungsalter seien gleichberechtigt und so weiter. Also ohne Rücksicht auf Deutschkenntnisse an deutschsprachigem Unterricht teilnehmen? Wie soll das – mit Erfolg für die Kinder – gehen?

Bei den Kindern mit mangelhaften Deutschkenntnissen handelt es sich übrigens nicht etwa nur um Mädchen und Jungen mit „Migrations-Hintergrund“, sondern auch um solche mit deutschen Urkunden und Vorfahren. Da muss also – den Kindern zuliebe – in vielerlei Hinsicht manches  getan werden. Hier geht es leider nicht um Wünschenswertes, sondern um sehr unerfreuliche Tatsachen, die geändert werden müssen. Keinem der Kinder hilft es, wenn der Anspruch, das Niveau gesenkt wird. Und der Integration dient es gewiss nicht, wenn Eltern aus begründeter Sorge einigermaßen begabte Mädchen und Jungen auf Privatschulen schicken, damit sie dort entsprechend ihrer Begabungen gefordert werden, statt sich in einer staatlichen Schule mit abgesenktem Anspruch zu langweilen. Es war höchste Zeit, dass auf das Sprachenproblem an Grundschulen deutlich hingewiesen wurde. Vor  ideologisch eingetrübter Kritik muss muss es geschützt werden. (Rudolf Bauer)

Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag an:  Rudolf Bauer

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