Wochenkommentar

Donnerstag, 10. August 2017

Trillern gegen Badegäste

Schutz der römischen Brunnendenkmäler angeordnet

Er ist und bleibt ein Sehnsuchtsort: Der Trevi-Brunnen in Rom ist ein Anziehungspunkt für Horden von Touristen. Nach altem Brauch muss jeder Rom-Urlauber, der gerne eines Tages in die italienische Hauptstadt zurückkehren möchte, eine Münze in den weltweit berühmten Brunnen werfen – wohlgemerkt rücklings, sonst bringt es nichts. Das führt nicht nur zu langen Schlangen rund um die Sehenswürdigkeit in der Altstadt, sondern auch zu Chaos und Gedrängel.

Das bisherige wilde Treiben soll sich nun ändern. Angestoßen hat das Bürgermeisterin Virginia Raggi, die ihrer Weltstadt, in der so vieles nicht funktioniert, ein besseres Aussehen geben will. Bereits im Juni hatte Raggi angesichts des ungehörigen Betragens mancher Touristen einen besseren Schutz der römischen Brunnendenkmäler angeordnet. Auf der Spanischen Treppe hatte sie ebenfalls ein Sitz- und Essverbot ausgerufen.

Für das Füße eintauchen, für ein Brunnen-Picknick, das Tiere waschen oder gar ein Bad in den Brunnen drohen beträchtliche Geldstrafen. Seit Kurzem werden am Trevi-Brunnen ganz im Sinne der offiziellen Anordnung die Benimmregeln per Trillerpfeife durchgesetzt. Denn trotz der drohenden Strafe von bis zu 450 Euro konnte bislang der ein oder andere der Versuchung nicht widerstehen, sich im Brunnenbecken an einem heißen römischen Sommertag ein wenig abzukühlen.

Über die Disziplin rund um den Brunnen wachen zwei Vereine pensionierter Carabinieri und kommunaler Ordnungshüter. Wenn die dreimonatige Erprobungsphase am Trevi-Brunnen positiv verläuft, soll der Ordnungsdienst als regelrechter Auftrag ausgeschrieben werden.

Also, liebe Romtouristen, aufgepasst, und die Füße schön trocken halten, sonst ist die Reisekasse sehr schnell um einige hundert Euro leichter. (kna/pil)

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