Wochenkommentar

Freitag, 12. Juli 2019

Vor der eigenen Haustür kehren

Wir Christen gehen mit unseren Mitmenschen bisweilen hart ins Gericht.

Liebe, Zuversicht, Vertrauen, Respekt, Nächstenliebe, Vergebung. Wer religiös ist, dem sind diese Werte wichtig. Amerikanische Psychologen haben das, was wir Christen ohnehin wissen, nun schwarz auf weiß. Sie haben in verschiedenen Studien mit mehreren tausend Teilnehmern herausgefunden, dass, wer religiös ist und an ein konkretes Wirken Gottes glaubt, bei moralischen Fehltritten im Alltag offenbar mehr Nachsicht walten lässt.

Das berichtet die in Weinheim erscheinende Zeitschrift „Psychologie heute“ in ihrer August-Ausgabe. Beispielsweise wurden knapp 500 US-Bürger befragt, wie sie es bewerten, einen gefundenen Geldbeutel für sich selbst zu behalten, wenn der Finder wenig Geld besitzt. Demnach fanden das religiöse Probanden weniger schlimm als nicht-religiöse. Die Wissenschaftler kamen aber auch zu dem Schluss, dass religiöse Menschen von anderen mitunter das Einhalten moralischer Prinzipien erwarteten, die sie selbst nicht befolgten.

Und wie ist es hierzulande? Welche Erkenntnisse würde eine solche Studie bei uns bringen? Eines lässt sich leider häufig feststellen: Wir Christen gehen mit unseren Mitmenschen bisweilen hart ins Gericht. Es ist einfach, auf andere zu zeigen. Doch wie wäre es, vor unserer eigenen Haustür anzufangen?

(Petra Derst)

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