Wochenkommentar

Mittwoch, 06. Februar 2019

Wichtige Impulse aus Panama

Junge Menschen zeigen in schweren Zeiten Begeisterung für die Kirche

Euphorie, Enthusiasmus, pure Begeisterung für den Papst von Jugendlichen aus aller Welt: Das ist in diesen Zeiten, in denen die Kirche in einer tiefen Vertrauenskrise steckt, alles andere als selbstverständlich. Für Papst Franziskus war der Zuspruch, den er beim Weltjugendtag in Panama erlebte, eine Atem- und Verschnaufpause in einem anstrengenden Jahr, das für seinen Pontifikat ganz entscheidend werden dürfte. Rund 120  000 Jugendliche aus 155 Nationen haben an dem kirchlichen Mega-Event teilgenommen: Verglichen mit früheren Ereignissen dieser Art war es ein „kleiner“ Weltjugendtag.

Allerdings: Dass 2 300 junge Leute aus Deutschland die zweitgrößte Nationengruppe aus Europa stellten, war nicht unbedingt zu erwarten.
Die Erfahrungen, die sie in Panama gemacht haben, dürften sie prägen und sollten sie gegen die Verführungen eines aufkeimenden Nationalismus immunisieren. Mehr noch als bei früheren Weltjugendtagen sind sie an die Ränder der Gesellschaft gegangen und haben die Lebenswelten von jungen Ureinwohnern, Aids-Kranken, Drogensüchtigen, Migranten und Obdachlosen kennengelernt. Andererseits aber spielte das Thema Berufungen in Panama eine große Rolle und löst ein solches Ereignis bei jungen Menschen immer noch so viel aus wie kaum ein anderer Impuls.

Was hat der Weltjugendtag Panama selbst gebracht? Oberflächlich betrachtet, ist die Steueroase reicher als andere mittelamerikanische Staaten. Schaut man genauer hin, ist das kleine Land von großer Ungleichheit zwischen Arm und Reich, Korruption und einer Spaltung der Gesellschaft geprägt. Dass die politisch Verantwortlichen aus den deutlichen Papst-Worten die richtigen Schlüsse ziehen, bleibt im Sinne der jungen Einwohner Panamas zu hoffen.
Der jüngste Weltjugendtag hat gezeigt: Auch in dunklen Zeiten wissen Papst und Kirche junge Leute zu begeistern. Dabei wurde der Skandal des Missbrauchs deutlich angesprochen und verurteilt. Ob die mitreißenden Tage von Panama allerdings nur eine Momentaufnahme waren oder ob sie durch den Alltag zu Hause zu tragen vermögen, ob sie womöglich sogar der Kirche insgesamt bei ihrer Neuorientierung helfen können, müssen die nächsten Wochen und Monate erweisen. (Gerd Felder)

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06. Februar 2019

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