Altötting im Advent - Reisebericht

Altötting ist immer eine Reise wert

Der bayerische Wallfahrtsort Altötting ist auch in der Vorweihnachtszeit eine Reise wert. Auch – wenn der Advent nicht die Hauptwallfahrtszeit an dem Ort ist, den übers Jahr rund eine Million Menschen besuchen. Die Reiseleitung der mit 49 Reisenden ausgebuchten Fahrt hatte der frühere Landauer Dekan Klaus Armbrust. Der Geistliche bereicherte die Fahrt  mit adventlichen Impulse, etwa in Gebetstexten unterwegs, oder in mehreren Messfeiern.

Heimelige Stimmung hielt der Altöttinger Kapellplatz für die Besucher bereit – der Christkindlmarkt und viele mit Lichtern geschmückte Bäume vermittelten vorweihnachtliches Gepräge. Die Mitte des Platzes bildet seit altersher die Gnadenkapelle. Den ganzen Tag über kommen hierher regelmäßig Beter. Das kleine Gotteshaus schenkt Raum und Zeit für Andacht, Stille und Gebet. So bitten seit mehr als 500 Jahren Menschen in Altötting Maria um Hilfe in Krankheit und Not. „Das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas“, so hat Papst Benedikt XVI. einmal über Altötting gesagt. Es ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort bundesweit. Und der deutsche Papst ist zugleich der wohl bekannteste Altötting-Pilger. Das katholische Kirchenoberhaupt war zuletzt 2006 dort.

Benedikt, alias Joseph Ratzinger, ist nur 15 Kilometer entfernt zur Welt gekommen, in Marktl am Inn. Hier besichtigten die Reiseteilnehmer unter anderem das Ratzinger-Geburtshaus im Ortskern. Nach der Wahl Ratzingers zum Papst 2005 wurde das rund 300 Jahre alte kurfürstliche Amtsgebäude sorgsam renoviert. Ein Film und die umfangreiche Sammlung privater und religiöser Gegenstände des Papstes erzählen vom Lebensweg Joseph Ratzingers. Darin spielt eben auch Altötting eine große Rolle: Familie Ratzinger war regelmäßig zu Gast in der Gnadenkapelle.

Für die Pfälzer Reisenden gab es in Altötting noch vieles mehr zu besichtigen: Weihnachtlich aktuell war eine großzügige Krippenausstellung. Der traditionsreiche Altöttinger Krippenbauverein hatte im Kongregationshaus am Rande des Kapellplatzes mehr als 50 Krippen zusammengestellt. Darunter nicht nur die klassische Geburtsszene im Stall oder in einer Felshöhle, sondern etwa auch die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Im Advent sind zahlreiche Adventssingen ein musikalischer Leckerbissen. Die Reisegruppe vom Rhein erlebte hier einen Adventsabend altbayrischer Tradition mit Liedern und Texten. In jeder Jahreszeit können die Schatzkammer oder auch das Panorama besucht werden – ein biblisches Bild, das die Kreuzigung Jesu in Jerusalem nachstellt.

Als wären diese Sehenswürdigkeiten nicht ausreichend, so verfügt Altötting seit Mitte des 20. Jahrhunderts über ein weiteres Wallfahrterziel – Kapuzinerkloster und -kirche waren die Heimat des heilig gesprochenen Bruders Konrad von Parzham. Seine sterblichen Überreste ruhen heute im Altar der St. Konradskirche. Bruder Konrad wird wie die Gottesmutter Maria in vielen Nöten um Fürsprache gebeten – und unzählige Votivtafeln berichten davon, dass diese Bitten erhört werden.

Spuren eines anderen Gottesmannes fanden die Reiseteilnehmer in Mallersdorf, wo sie das riesige Kloster der Mallersdorfer Schwestern besuchten. Der Frauenorden war vom seligen Paul Josef Nardini in Pirmasens gegründet worden. 1869 übersiedelte das Mutterhaus des Ordens von der Westpfalz nach Mallersdorf. Nardini selbst, er starb 1862, war nie hier. Doch machten die bayerische Schwester Cäcilie und die pfälzische Schwester Anne bei der Klosterführung deutlich, wo Nardinis Geist im Mallersdorfer Mutterhaus – und natürlich in dem Orden mit seinen vielen karitativen Tätigkeiten – fortlebt.

Mehrere Reiseteilnehmer nutzten den Aufenthalt, um bekannte Schwestern wiederzutreffen oder auf dem Klosterfriedhof bereits verstorbener Ordensfrauen zu gedenken. Auch das in der Pfalz geschätzte Mallersdorfer Bier wurde verkostet. Bereits am Tag zuvor hatte die Reisegruppe in Graming bei Altötting eine Kleinbrauerei besucht und dort von der Braumeisterin Wissenswertes über das Bierbrauen gelernt.

Auf der Rückreise an den Rhein schließlich machte die Leserfahrt in Regensburg Station, wo der gotische Dom St. Peter besucht wurde. Besonders beeindruckte hier die Weite des Bauwerks mit den großflächigen Buntglasfenstern, die zahlreichen figürlichen Darstellungen von Heiligen und die weltgrößte frei hängende Orgel der Welt. (hm)

Hier geht es zur Bildergalerie der Reise nach Altötting.

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