Heiliges Land - Reisebericht

„Wir mussten uns keinen Moment fürchten“

„pilger“-Leser besuchten im November mit Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer das Heilige Land. Unsere Mitarbeiterin Susanne Rottmann hat diese Reise begleitet und schildert hier ihre ganz persönlichen Eindrücke:

Israel – Heiliges Land. Aber leider auch häufig in den Schlagzeilen, wenn es um Unruhen und Anschläge geht. Und dennoch: Israel scheint für Pilger sicher. „Wir mussten uns keinen Moment lang fürchten und sind alle froh und glücklich, dass wir uns durch die Fernsehberichterstattung nicht abschrecken ließen“, bekräftigten nun auch die 31 Teilnehmer der „pilger“-Leserreise, die Anfang November gemeinsam mit dem Speyerer Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer das Heilige Land bereisten.

Natürlich gibt es Kontrollen, insbesondere am Hauptstadt-Flughafen Ben Gurion, wo der Reisende vor der Herausgabe der separaten Identitätskärtchen – zusätzlich zum Reisepass – erst noch eine kurze Befragung über sich ergehen lassen muss. Aber die israelischen Sicherheitsbehörden erweisen sich auch als Helfer in der Not. So auch bei der Speyerer Reisegruppe, als sich zwei Mitglieder im Gassengewirr der Jerusalemer Altstadt verlaufen hatten und letztlich bei der Polizei um Unterstützung baten. Die informierten per Telefon den – palästinensischen – Führer der Reisegruppe und sorgten so für eine glückliche Zusammenführung der Gruppe.

Den Auftakt der Pilgerreise bildete der See Genezareth, wo die Teilnehmer im Kibbuz-Hotel Nof Ginosar auch ihr erstes Domizil aufschlugen. Von dort ging es am nächsten Vormittag zu den biblischen Stätten am Nordufer: nach Tabgha mit der Brotvermehrungskirche, bei der der Eröffnungsgottesdienst gefeiert wurde, und nach Kafarnaum, wo die Synagoge des vierten Jahrhunderts und die Kirche des Petrushauses teilweise erhalten sind. Nach der Auffahrt zum Berg der Seligpreisung, mit der überwältigenden Aussicht über den See Genezareth auf die Golanhöhen, folgte eine Bootsfahrt über den See, an dem Jesus die Fischer in seine Nachfolge rief.

Am nächsten Tag stand die „Künstlerstadt“ Safed – die „Stadt auf dem Berge“ – auf dem Programm. Weiter ging es zur alten Kreuzfahrerstadt Akko und nach Haifa, der größten Hafenstadt Israels mit dem Bahai-Schrein am Berg Karmel, der als Wahrzeichen der Stadt gilt. Auf dem Karmel lud die zur Kirche „Stella Maris“ – „Stern des Meeres“ entsprechend des alten lateinischen Beinamen für Maria – die Hauptkirche der Karmeliter, zum Gebet. Hier befindet sich die Höhle, in der sich der Überlieferung nach Prophet Elija versteckt haben soll, um dem Zorn von König Ahab zu entkommen.

Vom See Genezareth ging es weiter in Richtung Jerusalem, dem nächsten Übernachtungsort. Unterwegs besuchte die Gruppe in Nazareth die Verkündigungskirche, schlenderte durch Alt-Nazareth zur Synagoge und zur orthodoxen Gabrielskirche. Weiter ging es durch das Jordantal nach Jericho, Panorama der fruchtbaren Oase in der Wüste und Gang über Tel Jericho, der „ältesten Stadt der Welt“. Die Teilnehmer staunten über die alten Mauerreste. Erste Siedlungsspuren in der Nähe der heutigen Stadt gehen in das 10. Jahrtausend vor Christus zurück.

Erste Station in Jerusalem war am nächsten Tag der Ölberg, der sich am frühen Morgen noch menschenleer und daher umso beeindruckender präsentierte. In der berühmten Kapelle „Dominus flevit“ („Der Herr weint“) feierte die Gruppe einen Gottesdienst und genoss anschließend die Stille des Ortes und den Ausblick auf die Altstadt von Jerusalem. Den Ölberg hinunter, durch den Garten Gethsemane, wo Jesus seinen Verfolgern ausgeliefert wurde und sein Leiden begann, ging es zur „Kirche der Nationen“, zum Bethseda-Teich und der St.-Anna-Kirche.

Dann folgte der Höhepunkt der Reise: Weitgehend gemeinsam, was der Enge der Gassen und der Massen der Menschen geschuldet war, absolvierten die Teilnehmer den Kreuzweg über die Via Dolorosa zur Grabeskirche. Darüber hinaus besuchte die Gruppe die Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion.
Die Klagemauer, der Tempelberg mit Al-Aksa-Moschee und Felsendom waren weitere Stationen, ebenso die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus, Yad Vashem. „Wir waren alle sehr niedergeschlagen und konnten kaum fassen, was für unendliches Leid die Juden durch unser Volk erfahren haben. Die Stimmung war sehr gedrückt und kaum einer sagte etwas“, schilderte ein Teilnehmer. Besser wurde die Stimmung am Abend, bei einer Rundfahrt „Jerusalem bei Nacht“ mit seinen vielen 1000 Lichter, die eine besondere Atmosphäre schufen.

Der Besuch der Geburtskirche in Bethlehem stand am nächsten Tag auf dem Programm. Da viele andere Reisegruppen diese historische Stätte auch besuchen wollten, war der Andrang groß, die Wartezeiten lang und der Blick auf den Geburtsort Jesu entsprechend groß. Weiter ging es über die Hirtenfelder, wo die Gruppe ihren Schlussgottesdienst feierte und in einem Beduinenzelt anschließend ihr Mittagessen einnahm.

Vor der Heimreise ging es noch mit der Seilbahn auf die von König Herodes I. erbaute Bergfestigung Masada, nach Qumran, dem Sitz der Essener und Fundort der berühmten Schriftrollen, und zu einem Erholungsbad ans Tote Meer.

Hier geht es zur Bildergalerie der Reise ins Heilige Land.

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