Pilgern

Lourdes im Herzen Südfrankreichs

Wallfahrts-Basilika in Lourdes. Foto: Yvann K/Fotolia.com

Einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt liegt im Herzen Südfrankreichs: Lourdes. Dort soll dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous am 11. Februar 1858, gegen 11 Uhr, zum ersten Mal in der Nähe der Grotte von Massabielle (zu deutsch „alter Fels“) eine weiß gekleidete Frau erschienen sein. Diese Frau, die sich als die „unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gab, soll Bernadette Soubirous insgesamt 18 Mal erschienen sein. Während einer dieser Erscheinungen wurde eine Quelle in der Grotte freigelegt. Die weiße Mutter Gottes gab dem Mädchen den Auftrag, eine Kirche auf der Grotte zu errichten.

Nach den Berichten des Mädchens wies sie die weiße Mutter Gottes an, Wasser aus der Quelle zu trinken, Buße zu tun und „den Priestern zu sagen, hier eine Kapelle zu bauen und dass man hierher in Prozessionen kommen solle“. 

Im Jahr 1866 schloss sich Bernadette dem Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers an. Dort lebte sie als Nonne sehr zurückgezogen. Ihre Novizenmeisterin und spätere Superiorin war bereits in der Schule ihre Religionslehrerin gewesen. Sie mochte Bernadette nicht und glaubte auch nicht an ihre Visionen von Lourdes. Sie sträubte sich gegen die beginnende Verehrung Bernadettes, die nach ihrem Tod begann. Bernadette starb an Knochentuberkulose mit nur 35 Jahren.

1862 wurden die Erscheinungen Bernadettes von Ortsbischof Laurence anerkannt. Eine Marmortafel an der Grotte erinnert daran. 1891 schloss sich Papst Leo XIII dieser Haltung an. Die Seligsprechung durch Papst Pius XI. erfolgte am 14. Juni 1925 und die Heiligsprechung am 8. Dezember 1933. Dieser Tag war das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis. Der Gedenktag der heiligen Bernadette Soubirous ist der 16. April. 

Pilger-Wallfahrten nach Lourdes

Jahr für Jahr reisen mehrere Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte, in den rund 16000 Einwohner zählenden Ort. Denn Lourdes ist für seine Wunderheilungen bekannt geworden. Dem sogenannten Lourdes-Wasser aus der Quelle nahe der Mariengrotte werden heilende Kräfte zugeschrieben. Jede Heilung wird durch ein internationales Ärztekomitee überprüft. 30000 Heilungen soll es bislang gegeben haben; 6000 sind dokumentiert, 2000 gelten als „medizinisch unerklärlich“. Die römisch-katholische Kirche hat insgesamt 67 dieser Heilungen als Wunder anerkannt. Geheilt wurden Krankheiten wie Multiple Sklerose, Tuberkulose, Infektionskrankheiten oder Knochenkrebs. 

Die Mariengrotte. Foto: Manuel González Olaechea y Franco

Catherine Latapie erlebte die erste anerkannte Heilung. Eines nachts ging sie zur Lourdes-Quelle und tauchte ihren zum Teil gelähmten Arm in das Wasser. Sofort konnte sie ihn wieder bewegen. Die letzte von der Kirche anerkannte Wunderheilung geht auf das Jahr 1952 zurück. Nach einem Bad im Wasser von Lourdes wurde eine Frau mit einem schweren Herzleiden spontan geheilt.

Pilger, die nach Lourdes kommen, können jeden Tag an einem umfangreichen Wallfahrtsprogramm teilnehmen. So findet bereits seit dem Jahr 1872 täglich, um 21 Uhr, eine Lichterprozession statt, bei der der Rosenkranz gebetet wird. Weitere Angebote sind unter anderen Heilige Messen, eucharistische Anbetungen, Krankensalbungen und -besuche, Kreuzwege sowie Beichtgelegenheiten.

 

 

 

 

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Lourdes und die Pfalz

Vielen Gläubigen aus der Diözese Speyer ist die große Diözesan-Wallfahrt im Juli 1998 – im Rahmen der Vorbereitung auf das Christus-Jubiläumsjahr 2000 –  in guter Erinnerung. Damals beteiligten sich mehr als 5 000 Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus der Pfalz und Saarpfalz, darunter 1 600 Jugendliche, an der Pilgerfahrt. Das Bistum Speyer stellte damit die größte Gruppe, die jemals aus einer deutschen Diözese den südfranzösischen Wallfahrtsort besucht hat.

Im Bistum Speyer bietet unter anderen der „Lourdes-Pilger-Verein Pfalz“ regelmäßig Pilgerfahrten zum Marienwallfahrtsort an. 

Die „Lourdesfreunde Mußbach“ verstehen sich als Kontakt- und Anlaufstelle der Wallfahrtsstätte Lourdes innerhalb ihrer Pfarrgemeinde St. Johannes in Neustadt-Mußbach und weit darüber hinaus. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, den Geist von Lourdes in den Alltag zu transportieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Marienverehrung in Form von großen Marienfesten, die die Lourdesfreunde Mußbach gestalten.

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